Familienunternehmer und Kulturmäzen. Ein Nachruf.

Harald Müller hat geprägt.
Er war Visionär und Entscheider, Macher und Mäzen. Harald Müller hat die Entwicklung der emco Group 47 Jahre lang bis zu seinem Tode im Dezember vergangenen Jahres begleitet und gelenkt. Als Persönlichkeit hat er dem Unternehmen ein Gesicht verliehen wie kaum ein anderer und mit großer Heimatverbundenheit soziale und kulturelle Projekte in der Region gefördert.

Harald Müller (* 13.04.1941, † 18.12.2015) leitete und begleitete das Unternehmen 47 Jahre lang. Er verstarb im Dezember 2015 nach längerer Krankheit im Alter von 74 Jahren.

Harald Müller trat nach seinem Maschinenbaustudium im Mai 1968 in das Unternehmen seines Vaters ein und übernahm 1977 die Geschäftsführung. Mit Pioniergeist, Weitsicht und einer herausragenden strategischen Unternehmensführung hat Harald Müller in den folgenden Jahrzehnten die Expansion des Unternehmens vorangetrieben und neue Produktbereiche erschlossen. Ein Meilenstein seiner unternehmerischen Leistung war der Aufbau von internationalen Produktionsstandorten und eines internationalen Vertriebsnetzes in den neunziger Jahren. Auch die Standorte in seiner Heimatstadt Lingen hat er kontinuierlich ausgebaut, sodass heute mehr als 600 Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale, in drei Produktionswerken sowie in einem modernen Forschungs- und Entwicklungszentrum beschäftigt sind.

Bei allen unternehmerischen Entscheidungen hat Harald Müller stets den langfristigen Erfolg seines Unternehmens und das Wohl seiner Mitarbeiter im Auge gehabt. In Wirtschaftskrisen gelang es ihm, Arbeitsplätze zu sichern. Früh führte er umfangreiche Sozialleistungen ein, um kinderreiche Familien in seiner Belegschaft zu entlasten. Bei persönlichen sozialen Härtefällen in seiner Belegschaft bewies er unbürokratische Hilfsbereitschaft.

Kulturförderung aus Leidenschaft

Für sein soziales und kulturelles Engagement erhielt Harald Müller große Anerkennung. Die Förderung junger Talente, z.B. durch den Jugendkulturpreis, war Harald Müller eine Herzensangelegenheit (l.). 2005 wurde er mit dem KulturKontaktePreis ausgezeichnet (m.), 2007 erhielt er den Emsländischen Unternehmenspreis für soziales und kulturelles Engagement. 2012 ehrte ihn das Land Niedersachsen mit dem Niedersächsischen Verdienstorden (r.).

Harald Müller liebte und förderte die Künste. Eng verbunden mit dem Namen Harald Müller ist das Kulturforum Sankt Michael, das er im Jahr 2003 gemeinsam mit weiteren Kulturinteressierten gründete. Harald Müller hat nicht nur die Kirche Sankt Michael vor dem Abriss bewahrt, sondern er hat auch ein Kulturzentrum mit überregionaler Anziehungskraft geschaffen. Auch die Förderung junger Talente war ihm eine Herzensangelegenheit. So rief Harald Müller den höchst dotierten Jugendkulturpreis Deutschlands ins Leben, der im Oktober vergangenen Jahres zum dritten Mal im Kulturforum verliehen wurde: Die Jury ehrte 31 junge Menschen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim für ihr künstlerisches Schaffen mit Newcomerpreis „Talente“. Auch Nachwuchskünstlern bietet das Kulturforum eine große Bühne. In der Reihe „Wir von hier“ präsentieren sich regelmäßig Künstlerinnen und Künstler aus der Region.

Für sein soziales und kulturelles Engagement gewann Harald Müller großen Respekt und Anerkennung – auch über die Grenzen der Region hinaus. Das Land Niedersachsen zeichnete ihn 2012 mit dem Niedersächsischen Verdienstorden aus. „Ohne Ihren Einsatz für die Kunsthalle Lingen, das Theaterpädagogische Zentrum und vor allem das Kulturforum hätte die Stadt Lingen nicht denselben Status als Kulturstandort, wie es heute der Fall ist“, betonte Oberbürgermeister Dieter Krone 2012 bei der Verleihung des Niedersächsischen Verdienstordens an Harald Müller. Bereits zuvor war Müller mit dem KulturKontaktePreis 2005 und dem Emsländischen Unternehmenspreis 2007 in der Kategorie „soziales und kulturelles Engagement“ ausgezeichnet worden.

Unternehmenspreis 2015

2015 honorierte der Wirtschaftsverband Emsland sein Lebenswerk mit dem Emsländischen Unternehmenspreis, den seine Tochter Stefanie Müller-Rosso und Christian Gnaß stellvertretend entgegennahmen.

Der Wirtschaftsverband Emsland ehrte Harald Müller zudem im Oktober 2015 mit dem Emsländischen Unternehmenspreis in der Kategorie Lebenswerk. „Harald Müller ist eine der Unternehmerpersönlichkeiten, die das Emsland in den vergangenen Jahrzehnten geprägt und weiterentwickelt haben“, honorierte der Unternehmer Bernard Krone das Lebenswerk des Preisträgers. „Durch die Gestaltung seines Familienunternehmens zu einem Leuchtturmunternehmen in der Region hat er neue Maßstäbe gesetzt. Darüber hinaus bereichert er das soziale und kulturelle Leben der Menschen in der Region. Harald Müller ist ein Vorbild und Paradebeispiel für Unternehmenskultur“, führte er während der Preisverleihung aus, an der Harald Müller krankheitsbedingt nicht mehr persönlich teilnehmen konnte. Stellvertretend nahmen seine Tochter Stefanie Müller-Rosso und Geschäftsführer Christian Gnaß den Preis mit großem Dank entgegen.

„Die emco Group hat mit Harald Müller einen hoch geschätzten Geschäftsführer, Freund und Fürsprecher verloren“, erklärt sein Nachfolger Christian Gnaß. „Mit großem Engagement, Ideenreichtum und persönlichem Einsatz war er Vorbild für die gesamte Belegschaft. Damit hat er unsere Unternehmenskultur entscheidend geprägt. Wir werden Harald Müller für immer ein ehrendes Andenken bewahren. Es ist uns ein besonderes Anliegen, sein Unternehmen als ebenso innovatives wie erfolgreiches fortzuführen.“

„Seit Ende der fünfziger Jahre ging die Entwicklung immer weiter nach oben – manchmal steil, manchmal langsam. Für die emco Group, deren stolze Entwicklung im Jahr 1945 niemand voraussehen konnte, bin ich daher sehr positiv gestimmt.“

Zitat von Harald Müller aus dem Jahr 2015

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

Lassen Sie sich beraten

Zentrale Lingen

E-Mailinfo@emco.de

Telefon+49 591 / 9140 - 0